Bürgerliches Gesetzbuch

§ 123 BGB

Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung

(1) Wer zur Abgabe einer Willenserklärung durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist, kann die Erklärung anfechten.
(2) Hat ein Dritter die Täuschung verübt, so ist eine Erklärung, die einem anderen gegenüber abzugeben war, nur dann anfechtbar, wenn dieser die Täuschung kannte oder kennen musste. Soweit ein anderer als derjenige, welchem gegenüber die Erklärung abzugeben war, aus der Erklärung unmittelbar ein Recht erworben hat, ist die Erklärung ihm gegenüber anfechtbar, wenn er die Täuschung kannte oder kennen musste.

Kommentare zu § 123 BGB (1)

  • Kommentar von Becker zu § 123 BGB

    Becker 28.12.2019, 12:11 Uhr

    Täuschungshandlung ist ein Verhalten, welches in einem anderen eine unrichtige Vorstellung hervorruft. Eine Täuschungshandlung kann beispielsweise in einem positiven Tun liegen (zum Beispiel das Zurückstellen des Kilometerzählers beim Verkauf eines Fahrzeugs). Eine Täuschungshandlung kann aber auch durch rin Unterlassen vorliegen. Hierzu zählt z.B. das Schweigen. Ein solches Unterlassen ist jedoch nur dann beachtlich, wenn eine Pflicht zur Aufklärung besteht. Dies ist immer dann der Fall, wenn eine Mitteilung des Umstandes nach Treu und Glauben und den im Verkehr herrschenden Anschauungen geboten ist.

Rechtswörterbuch

Mit § 123 BGB sind weitere Artikel, Begriffe und Definitionen aus dem Rechtswörterbuch verknüpft.


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