Arbeitsrecht

Arbeitszeugnis Formulierungen

Arbeitszeugnis Formulierungen - welche Bedeutung haben die einzelnen Formulierungen? Die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses ist regelmäßig ein Spagat zwischen der Zeugniswahrheit und der wohlwollenden Beurteilung des Arbeitnehmers.

Oberster Grundsatz für die Zeugniserteilung ist immer die Wahrheit der Beurteilung. Ein Zeugnis darf deshalb immer nur Tatsachen, nicht jedoch Behauptungen oder Verdachtsmomente enthalten. Der Arbeitgeber trotz der Wahrheitspflicht außerdem verpflichtet, ein wohlwollendes Zeugnis zu erteilen. Er darf dem Arbeitnehmer das Fortkommen nicht unnötig erschweren. Aus diesem Kontrastverhältnis ist die sog. Zeugnissprache entstanden.

Folgende Arbeitszeugnis Formulierungen haben sich im Laufe der Jahre entwickelt und in der Praxis bewährt:

Sehr gute Leistungen:
Er/Sie hat die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.
Wir waren mit den Leistungen jederzeit außerordentlich zufrieden.

Gute bzw. überdurchschnittliche Leistungen:
Er/Sie hat die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.
Wir waren mit dem Leistungen voll und ganz zufrieden.
Er/Sie hat unseren Erwartungen und Anforderungen stets voll entsprochen.

Befriedigende, durchschnittliche Leistungen:
Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.
Wir waren mit seinen/ihren Leistungen voll zufrieden.

Ausreichende Leistungen:
Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt.
Er/Sie hat unseren Erwartungen entsprochen.
Mit seinen/ihren Leistungen waren wir zufrieden.

Mangelhafte Leistungen:
Er/Sie hat unsere Erwartungen größtenteils erfüllt.
Er/Sie hat die übertragenen Aufgaben im Großen und Ganzen (überwiegend) erfüllt.

Ungenügende Leistungen:
Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben mit großem Fleiß durchgeführt.
Er/Sie war stets bemüht, die Arbeiten zu erledigen.
Er/Sie zeigte für die Arbeit großes Interesse.

Die oben angegebenen Formulierungen beziehen sich auf die zusammenfassende Leistungsbeurteilung. Innerhalb der Leistungsbeurteilung sollten ggf. noch Angaben zum Fachwissen, zur Auffassungsgabe, zur Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit gemacht werden. Auch hier haben sich einzelne Formulieren gebildet, anhand derer relativ eindeutig eine Benotung für den jeweiligen Bereich ermittelt werden kann. Ein Arbeitszeugnis kann auch unterschiedliche Beurteilungen für z.B. Leistung und Verhalten enthalten.



Anzeige


Weitere Begriffe und Definitionen 5

Mit dem Begriff Arbeitszeugnis Formulierungen sind weitere ähnliche oder verwandte Artikel, Rechtsbegriffe und Definitionen aus dem Rechtswörterbuch verknüpft.

  • Arbeitszeugnis

    Das Arbeitszeugnis ist eine schriftliche Bescheinigung des Arbeitgebers über Dauer, Inhalt und den Verlauf des Arbeitsverhältnisses oder der (...)

  • Arbeitsvertrag

    Der Arbeitsvertrag ist ein gegenseitiger Vertrag, durch den sich der Arbeitnehmer zur Leistung der versprochenen Arbeit und der Arbeitgeber zur (...)

  • Arbeitgeber

    Arbeitgeber ist, wer die Arbeitsleistung vom Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrages fordern kann und diesem im Gegenzug die entsprechende (...)



Gesetze und Verordnungen 1

Mit dem Begriff Arbeitszeugnis Formulierungen sind weitere Normen und Gesetze verknüpft. Alle relevanten Einträge aus dem Rechtswörterbuch anzeigen.



Mehr als 6000 Rechtsbegriffe verständlich erklärt. Rechtswörterbuch.de.